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Die Sachsen-Anhalterin aus Sachsen

Sandra ist ein ganz normaler, gängiger Name. Aber in Meltewitz, einem beschaulichen Ortsteil der Gemeinde Lossatal im Landkreis Leipzig, verbinden die Menschen mit diesem Namen eine ganz besondere Eigenschaft: das Fernweh.

Sandra ist Hobby-Anhalterin. Oder, wie sie selbst sagt: Leidenschaftliche Tramperin. Das Auto hat sie schon lange abgeschafft, stattdessen besitzt sie eine beeindruckende Sammlung von Pappschildern und eine unfehlbare Intuition für die besten Stehplätze an Bundesstraßen und Autobahnauffahrten.

Auf diese Weise ist sie schon viel herumgekommen. Sie kennt die Raststätten zwischen Flensburg und Garmisch besser als so manche Lkw-Fahrer und hat Geschichten auf Lager, die Bände füllen könnten. Von dem freundlichen älteren Ehepaar, das sie bis nach Holland mitnahm, oder dem schrägen Musiker, mit dem sie stundenlang über Gott und die Welt philosophierte.

In ihrem Freundes- und Bekanntenkreis in Sachsen hat sich deshalb schon vor Jahren ein Spitzname für sie eingebürgert: „Die Sachsen-Anhalterin“.

Die Ironie dabei ist Sandra natürlich bewusst. Schließlich ist sie gebürtige Sächsin und stolz auf ihre Heimat. So gesehen ist sie also gar keine Sachsen-Anhalterin im eigentlichen, administrativen Sinne.

Aber der Name passt einfach zu perfekt, um ihn nicht zu benutzen. Er ist ein liebevoller, augenzwinkernder Hinweis auf ihre ungewöhnliche Art des Reisens und ihre unstillbare Neugier auf die Welt. Und wer weiß, vielleicht sitzt sie ja gerade jetzt, während diese Geschichte erzählt wird, irgendwo an einer Straße und hält ihr Pappschild hoch, auf dem Weg zu ihrem nächsten großen Abenteuer. Als echte Anhalterin, ganz egal, woher sie kommt.

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