BLOGGENDORF. Wenn andere ins Wochenende starten, beginnt für „Steve da tronic“ die härteste Zeit der Woche. Von Freitag bis Sonntag steht er jede Nacht an den Reglern, peitscht Techno- und House-Beats durch die Clubs der Region. Ein glamouröses Leben? Steve winkt ab. Es ist ein Knochenjob, und die Belastung ist enorm. Doch die wahre Überraschung wartet, wenn Steve über seinen „Ausgleich zum Alltag“ spricht.
„Klar, das ist harte Arbeit“, sagt Steve, während er sich eine Schweißperle von der Stirn wischt. „Zehn-Stunden-Schichten sind da keine Seltenheit. Du stehst da oben, das Adrenalin pumpt, das Licht flackert, und du musst die Leute bei Laune halten.“ Seine Beschreibung des DJ-Daseins klingt wenig nach romantischer Verklärung: „Aber einer muss ja diesen Job machen. Rumspringen wie ein Irrer, sinnlos an Knöpfen drehen und die Leute zum Eskapismus treiben – das ist die Realität. Und du selbst? Du bist nicht immer darauf eingestellt. Manchmal bist du müde, manchmal hast du einfach keine Lust. Aber so ist der Job nun mal. Du musst funktionieren.“

Die psychische und physische Belastung ist hoch. Der ständige Lärm, die schlaflosen Nächte, der Druck, immer „on“ zu sein – Steve da tronic kennt die Schattenseiten des DJ-Lebens. „Manchmal frage ich mich, warum ich mir das antue“, gesteht er. „Aber dann siehst du die Leute tanzen, siehst, wie sie für ein paar Stunden ihren Alltag vergessen. Das ist es, was mich weitermachen lässt. Aber einfach ist es nicht.“
Der unerwartete Rückzugsort: Die Autowerkstatt
Umso überraschender ist Steves Antwort auf die Frage, wie er mit diesem Stress umgeht. „Na klar muss man da mal runterkommen“, sagt er mit einem Lächeln. „Ich geh Montag bis Donnerstag in die Autowerkstatt und repariere Autos, als Ausgleich zum Alltag.“
Was für viele wie ein weiterer anstrengender Job klingt, ist für Steve da tronic ein Ort der Ruhe und Entspannung. „Das tut mir gut und ich kann runterkommen“, erklärt er. „Es ist schon mehr als ein Hobby, das Auto reparieren.“ Die handfeste Arbeit, das Lösen technischer Probleme, das Gefühl, etwas Greifbares zu schaffen – all das hilft ihm, den Kopf freizubekommen.

„Es freut mich immer, wenn Kunden kommen und zufrieden mit ihrem Auto vom Hof fahren“, sagt Steve. „Das ist ein ganz anderes Gefühl der Bestätigung als im Club. Hier geht es um Präzision, um Fakten, um Dinge, die funktionieren müssen. Da oben an den Turntables ist alles so flüchtig, so emotional. Hier in der Werkstatt habe ich Bodenhaftung.“
Ein Leben in zwei Welten
Steve da tronic lebt in zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Am Wochenende der gefeierte DJ, unter der Woche der bodenständige Mechaniker. Ein Widerspruch? Für Steve nicht. „Ich brauche beide Welten“, sagt er. „Die Musik ist meine Leidenschaft, aber die Werkstatt ist mein Anker. Ohne das eine könnte ich das andere nicht machen.“

Sein Beispiel zeigt, dass „Ausgleich zum Alltag“ nicht immer Yoga oder Meditation bedeuten muss. Manchmal ist es die scheinbar anstrengende Arbeit in einer anderen Dimension, die uns die nötige Balance wiedergibt. Und wer weiß, vielleicht schraubt Steve da tronic ja gerade an Ihrem Auto, während er im Kopf schon die nächsten Beats für das kommende Wochenende mischt.


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