Ioschik (oder auch Joschiki geschrieben) ist mehr als nur ein Törtchen; es ist ein fester Bestandteil der süßen Backkultur in Russland und den angrenzenden osteuropäischen Ländern. Übersetzt bedeutet Joschiki schlicht „Igelchen“ (Plural von Igel – Jesch). Der Name leitet sich von der Form und Textur ab: Die kleinen, runden Küchlein, die außen in knusprigen Bröseln gewälzt werden, erinnern entfernt an die stachelige Haut eines Igels.
Dieses Gebäck steht für die russische Küche in ihrer liebevollen, nahrhaften und nicht zu komplizierten Form.
Herkunft und Verbreitung
Ioschik ist ein typisches Kaffeegebäck und gehört zur Kategorie der russischen Törtchen (pirozhnye). Es hat seinen Ursprung in der traditionellen süßen Küche der ehemaligen Sowjetunion und ist besonders beliebt, da es sich gut vorbereiten lässt und perfekt für Feiern oder den Sonntagskaffee mit der Familie eignet.
- Basis: Ioschik ist eng verwandt mit anderen russischen Küchlein wie Kartoschka (ein Törtchen auf Basis von zerbröseltem Gebäck und Kondensmilch), nutzt aber in der Regel einen Biskuitboden als Fundament.
- Verbreitung: Durch die große russischsprachige Gemeinschaft ist das Törtchen auch in Deutschland, Israel und den USA bekannt und wird in spezialisierten Bäckereien oder zu Hause gebacken.
Das Geheimnis des Geschmacks: Creme und Sauerrahm-Biskuit
Der besondere Reiz der Igelchen liegt in der Kombination der Texturen: feucht und cremig innen, knusprig und aromatisch außen.
- Der Sauerrahm-Biskuit: Im Gegensatz zum klassischen, trockenen Biskuit wird der Teig für Ioschik oft mit Sauerrahm (Schmand) zubereitet. Dies macht den Boden saftiger und hält ihn auch nach dem Backen weicher.
- Die Creme: Die traditionelle Creme besteht aus nur zwei Hauptzutaten: weiche Butter und gezuckerte Kondensmilch (wie Milchmädchen). Diese Kombination sorgt für eine extrem süße, stabile und glatte Füllung.
- Die Brösel: Die Krümel für die Igel-Textur werden aus den Teigresten des gebackenen Bodens hergestellt, wodurch nichts verschwendet wird.
Rezept und Zubereitung: Klassische Ioschik (Igelchen)
Da der Teig sehr schnell gebacken wird, ist die Zubereitungszeit überraschend kurz.
Zutaten
Für den Teig:
- 4 Eier (zimmerwarm)
- 150 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 150 g Saure Sahne (Schmand)
- 250 g Mehl
- 1 Päckchen Backpulver
Für die Creme und Brösel:
- 200 g weiche Butter
- 200 g gezuckerte Kondensmilch (Milchmädchen)
Zubereitung
- Teig backen:
- Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Eier, Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Saure Sahne unterrühren.
- Mehl und Backpulver mischen, dann vorsichtig unterheben, bis ein glatter Teig entsteht.
- Den Teig auf dem Backblech verteilen und ca. 10–12 Minuten backen, bis er goldbraun ist. Abkühlen lassen.
- Creme zubereiten:
- Die weiche Butter schaumig schlagen.
- Die gezuckerte Kondensmilch langsam unter die Butter rühren, bis eine glatte, luftige Creme entsteht.
- Küchlein ausstechen und Brösel herstellen:
- Mit einem runden Ausstecher (ca. 5–6 cm Durchmesser) Kreise aus dem gebackenen Teig ausstechen. Da der Boden relativ dünn ist, werden die Törtchen meist doppelt belegt (ein Kreis wird auf einen anderen gesetzt).
- Die übrig gebliebenen Teigreste zerkleinern Sie mit den Händen oder einem Mixer, um feine Brösel herzustellen. Diese können kurz bei niedriger Hitze im Backofen leicht angeröstet werden, um den Geschmack zu intensivieren.
- Finalisieren:
- Nehmen Sie ein Teig-Paar (zwei Kreise übereinander). Bestreichen Sie es rundherum großzügig mit der Creme.
- Wälzen Sie das cremige Törtchen sofort vollständig in den Bröseln, bis es von allen Seiten bedeckt ist und wie ein kleiner, stacheliger Igel aussieht.
- Kühlen: Die fertigen Ioschik-Törtchen sollten für 2–3 Stunden kühl gestellt werden, damit die Creme fest wird und der Biskuit die Feuchtigkeit aufnehmen kann.


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